Die DIN 1946-6 „Lüftung von Wohnungen“ fordert die Erstellung eines Lüftungskonzepts:
bei Neubauten immer
bei Sanierungen, wenn
mehr als 1/3 der Fenster ausgetauscht werden oder
im Einfamilienhaus mehr als 1/3 der Dachfläche neu abgedichtet wird
Der Planer legt fest, wie der notwendige Luftaustausch aus hygienischer Sicht und zum Schutz der Bausubstanz sichergestellt wird – unabhängig vom Nutzerverhalten.
Als Richtwert gilt:
ca. 30 m³ Frischluft pro Person und Stunde
daraus ergeben sich Luftwechselraten von ca. 0,3 bis 0,8 1/h
Das Ziel ist immer:
➡️ Sicherung der Luftqualität und Vermeidung von Feuchteschäden
Lüftung zum Feuchteschutz
dient dem Bautenschutz
muss nutzerunabhängig sichergestellt sein
Reduzierte Lüftung
Mindestanforderung an Hygiene und Feuchteschutz
Nennlüftung
notwendiger Luftwechsel bei dauerhafter Anwesenheit
relevant bei ventilatorgestützten Systemen
Intensivlüftung
zeitweise erhöhte Lüftung (z. B. Kochen, Duschen, Feuchtespitzen)
Auch im sanierten Gebäude kann Fensterlüftung ausreichen – wenn sie richtig erfolgt:
2–3 Mal täglich
Fenster weit öffnen, 10–15 Minuten
ideal: Querlüftung (gegenüberliegende Fenster)
⚠️ Dauerhaft gekippte Fenster vermeiden!
→ hohe Energieverluste
→ erhöhtes Schimmelrisiko an Fensterlaibungen
Fensterfalzlüfter sind rein mechanische Lüftungselemente, die im Fensterfalz eingebaut werden:
für Holz- und Kunststofffenster
werkseitig oder nachrüstbar
nicht sichtbar bei geschlossenem Fenster
Vorteile:
kontinuierlicher Luftaustausch
feuchteabhängig, ohne Zugluft
keine Stromversorgung notwendig
nutzerunabhängig (Tag & Nacht, auch bei Abwesenheit)
Sie eignen sich:
zur Erfüllung der DIN 1946-6
teilweise auch zur Verbrennungsluftversorgung
Bei der Abluftanlage wird:
Frischluft über Außenluftdurchlässe (z. B. Fensterfalzlüfter) nachgeführt
verbrauchte Luft kontinuierlich aus Küche, Bad, WC abgesaugt
Vorteile:
gerichtete Luftführung
hohe Lüftungseffizienz
kaum Zugluft
geringe Wärmeverluste
Kosten:
ca. 35 €/m² Wohnfläche
(z. B. ~3.500 € bei 100 m² EFH)
⚠️ Wichtig bei der Planung:
Luftgeschwindigkeit < 3 m/s
sonst: Geräusche & höhere Stromkosten
➡️ kostengünstigste Form der mechanischen Lüftung
einzelnes Lüftungsgerät je Raum
Einbau in die Außenwand
Wärmerückgewinnung ≥ 80 %
Vorteile:
einfache Installation
sehr leise (≤ 25 dB(A) in Grundstufe)
geringer Stromverbrauch (≈ 10 €/Jahr je Gerät)
auch für Schlafräume geeignet
Wartung:
Filterreinigung: alle 3–6 Monate
Wärmetauscher: ca. 1× jährlich
aktive Zu- und Abluft
zentrale Wärmerückgewinnung
sehr geringe Lüftungswärmeverluste
Besonderheiten:
aufwändigeres Kanalsystem
sorgfältige Planung & Schalldämpfung erforderlich
sehr luftdichte Gebäudehülle notwendig
Bei guter Planung:
kaum Geräusche
geringer Stromverbrauch
hoher Komfortgewinn
✔ Lüftung ist heute kein Komfortthema, sondern Bau- und Gesundheitsschutz
✔ Nach Sanierungen zwingend planen, nicht dem Zufall überlassen
✔ Die passende Lösung hängt ab von Gebäude, Nutzung und Budget
✔ Ein Lüftungskonzept nach DIN 1946-6 schafft Klarheit und Sicherheit
Zitat vom 28.04.2016 von http://www.ebz-stuttgart.de/energieratgeber/lueftung/
Mehr Infos für Mieter und Vermieter zum Thema Lüftung unter (Link):
http://www.bine.info/publikationen/basisenergie/publikation/lueften-und-energiesparen/