Schmutzpartikel, Magnetit, Hämatit und Kalk können in Heizungsanlagen erhebliche Schäden verursachen – unter anderem an Heizkörpern, Flächenheizungen, Ventilen, Pumpen und Wärmeerzeugern. Neben chemischen oder physikalischen Verfahren zur Heizungswasserkonditionierung empfiehlt sich daher insbesondere bei Kesselsanierungen der Einsatz von Heizungswasserfiltern bzw. Schlammabscheidern.
Viele Kesselhersteller fordern oder empfehlen diese Komponenten ausdrücklich – ein Blick in die jeweiligen Planungs- und Montageanleitungen ist daher unerlässlich.
Bereits kleinste Partikel können den Betrieb einer Heizungsanlage empfindlich stören:
verstopfte Thermostatventile
blockierte oder beschädigte Pumpen
verschlammte Rohrleitungen und Wärmetauscher
Leistungsverlust bis hin zum Anlagenausfall
Sauerstoffeintrag beim Erstbefüllen → Korrosion
Mineralische Bestandteile im Füllwasser (Kalk, Eisen, Magnesium)
Materialmix moderner Anlagen (Kunststoffe, Stahl, Leichtmetalle)
Kunststoffrohre (z. B. Fußbodenheizung) → geringe Sauerstoffdiffusion (DIN 4726)
Die Folge sind Schwebstoffe, Rostpartikel, Schlamm und Magnetit, die sich im System ablagern.
Moderne Umwälzpumpen mit Permanentmagnetmotoren sind Stand der Technik – gleichzeitig aber besonders anfällig für magnetische Partikel.
Laboruntersuchungen (u. a. Spirotech, 2013) zeigen:
Magnetit kann die Leistung moderner Pumpen um 10–20 %, langfristig sogar deutlich stärker reduzieren
im Extremfall droht der Ausfall der Pumpe
Fazit:
Hocheffizienzpumpen sind energetisch sinnvoll – müssen aber zwingend vor Partikeln geschützt werden.
Moderne Brennwertgeräte haben:
geringe Wasserinhalte
kompakte Wärmetauscher
hohe Leistungsdichten
Bei hartem Füllwasser kommt es zur Kesselsteinbildung. Ablösende Kalkpartikel können:
Ventile verstopfen
Heizkörper zusetzen
lokale Überhitzungen, Siedegeräusche oder Materialschäden verursachen
Große Pufferspeicher verschärfen das Problem durch hohe Gesamtwassermengen.
trennen magnetisierbare Partikel (z. B. Magnetit)
ideal zum Schutz von Pumpen und Wärmeerzeugern
Absetzen von Partikeln durch Strömungsberuhigung
häufig mit Bürsten oder Drahtgewebe
Rückspülfunktion üblich
Abscheideleistung: ca. 5–10 µm
⚠️ Kann je nach Bauform die Anlagenhydraulik beeinflussen.
poröse Filtermedien mit definierter Porengröße
Einbau im Nebenstrom, keine Beeinflussung der Hydraulik
Abscheidung bis 0,1 µm
besonders geeignet für große Anlagen & Gewerbeobjekte
Mobile Druckfilteranlagen (Kauf oder Miete) ermöglichen zudem:
Reinigung verschlammter Fußbodenheizungen
Kombination mit Dosiertechnik (Reiniger, Korrosionsschutz)
Altanlagen / kein aufbereitetes Füllwasser:
→ Einbau im Rücklauf
Neuanlagen mit aufbereitetem Füllwasser:
→ Schmutzfilter im Vorlauf
Vor dem Einbau eines neuen Kessels oder Filters sollte das gesamte Rohrnetz gründlich gespült werden.
➡️ Empfehlung:
Diese Leistung separat im Angebot ausweisen.
Wird sie gestrichen, sollten Bedenken angemeldet werden (Gewährleistungsrisiko).
Viele Hersteller formulieren eigene Vorgaben zur:
Wasseraufbereitung (Enthärtung / Entsalzung)
Leitfähigkeit
pH-Wert
Diese weichen teils von:
VDI 2035
ZVSHK-Merkblatt „Steinbildung“
ab.
➡️ Herstellervorgaben haben Vorrang!
Heizungsfilter und Schlammabscheider müssen:
regelmäßig kontrolliert
gereinigt oder gespült
gut zugänglich installiert sein
Idealerweise erfolgt dies im Rahmen der jährlichen Wartung.
✔ Heizungswasserfilter und Schlammabscheider sind kein Luxus, sondern eine wesentliche
Schutzmaßnahme
✔ Besonders bei Kesseltausch, Hocheffizienzpumpen und Altanlagen nahezu unverzichtbar
✔ Sie sichern Effizienz, Betriebssicherheit und Gewährleistung
Quelle (inhaltliche Grundlage):
IKZ-Fachplaner / Buderus / VDI / ZVSHK
Artikel: „Beim Kesseltausch beinahe ein Muss – Marktübersicht Heizungswasserfilter“